Effektives Internetmarketing! 

 
 



 

Ich war sechs Jahre lang in einer Exportfirma beschäftigt. Dann kam Krisenstimmung auf. Kurzarbeit! Etwa im Jahr 1977 entstand dann der Gedanke in meinem Kopf, dass ich ja auch auf eigene Faust arbeiten könnte.
Ich beging denselben Denkfehler, den auch heute noch  jedes Jahr bestimmt Zehntausende begehen: Ich dachte, dass meine Fachausbildung das Entscheidende sei. 
Erst vor kurzem hat einer meiner jetzigen Nachbarn - nach einem Jahr als "Restaurantbesitzer" - wieder aufgegeben. Er ist Koch. Ein sehr guter sogar.
Doch er weiß nicht, was ich damals auch nicht wusste, nämlich, dass unternehmerischer Erfolg auch unternehmerisches Denken verlangt.
Damals, als ich mich selbständig machte, gab es noch kein Internet. PCs ebensowenig. Ich hatte nicht die geringste Erfahrung und nur geliehenes Geld. Zunächst von einem Freund (ich weiß heute noch nicht, wieso mein Kumpel Henry mir 3000 DM pumpte), später von der Bank.
Ich inserierte: Kleinanzeigen, Anzeigen im Mitteilungsblatt der Handelskammer, in den Gelben Seiten.
Keine Resonanz.
Ich inserierte noch mehr.
Die Werbeausgaben überstiegen die Einnahmen.
So konnte es nicht weitergehen.
Dennoch hielt ich mich einige Jahre über Wasser.
Dann wollte ich zum "großen Wurf" ausholen. Ich kaufte Adressen von der Handelskammer, und ließ mir in einer Schnelldruckerei einen Werbebrief auf mein Briefpapier drucken. Ich ...
- tippte zehntausende von Adressen selbst
- falzte zehntausende von Briefen selbst
- kuvertierte zehntausende von Briefen selbst
- stempelte zehntausende von Briefen mit meinem Freistempler
- setze auf zehntausenden von Briefen meinen Unterschriftenstempel darunter.


Der Unterschriftenstempel deshalb, weil diese Werbeschreiben als Briefdrucksache verschickt wurden. Eine eigene Unterschrift hätte das Porto bereits wieder erhöht.
Die Post belohnte einen dafür, dass man die Briefe möglichst eng nach Postleitzahl vorsortierte.
Mein Fußboden war nicht selten komplett mit Briefen ausgelegt, damit ich sie besser vorsortieren konnte.
Meine Freundin ertrug dies nicht mehr. 
Bald musste ich die Miete alleine zahlen. 
"Warum erzählt er mir das?", wundern Sie sich jetzt vielleicht.
Bis jetzt hat es vieleicht nur Unterhaltungswert.
Interessant ist folgendes:
Von 1000 aufwändig vorbereiteten, sorgfältig  ausgewählten und teueren Briefen wurden mindestens 950 von den Empfängern sofort in den Papierkorb befördert.
Die Rücklaufquote betrug zwischen 3 und 5 Promille.
Von 1000 angeschriebenen Firmen interessierten sich also maximal 5 eventuell für meine Dienste.
Das waren noch keine Kunden - nur eventuelle Kunden.
Immerhin kam im Zuge dieser Direktwerbeaktionen ein Kunde heraus, der mir damals im Schnitt für 5000 DM Aufträge pro Monat zukommen ließ. Für mich waren das damals Großaufträge.
Das ging etwa 1 Jahr lang gut.
Dann machte dieser Kunde - die Tochterfirma eines US-Unternehmens - Pleite.
Ich ließ meinen Kreditrahmen nochmals erhöhen und wiederholte meine Werbebriefaktionen.
Wieviel Geld mich das damals alles gekostet hat, kann ich heute nicht mehr sagen.
Es ist jedenfalls nicht im Entfertesten vergleichbar mit den Kosten, die wir heutzutage für Werbung ausgeben.
Dazu kam, dass auch alles Übrige wesentlich teuerer war: Mein erster Computer (ein WANG) kostete 17.000 DM, mein erstes Fax 14.000,--
Ich habe diese Kosten über 10 Jahre hinweg abgestottert.
Hat es sich dennoch gelohnt!
Eindeutig!
Ich erhielt später einen Kunden, der mir mittlerweile für hunderttausende von Euro (nicht DM) Aufträge erteilt hat.
Diesen Kunden hätte ich niemals erhalten, wenn ich nicht diese ganzen Irrwege und Erfahrungen vorher durchgemacht hätte.

Manchmal muss man sich ganz einfach durchboxen!
Ich schreibe diese Zeilen vor allem deshalb, um denjenigen etwas Mut zu machen, die nach ein, zwei Monaten bereits Riesenerfolge erwarten.
Sie brauchen eine langfristige Vision. Vielleicht lesen Sie in diesem Zusammenhang auch diesen Artikel über die richtige Perspektive.

Der Erfolgreiche macht dort weiter,
wo der Erfolglose aufhört!


 


Comments

Sun, 18 Jan 2009 20:44:57

Sehr nette GEschichte, wo ich sogar paralelen zu mir sehe. Auch ich habe sehr viele Kundenbriefe verschickt, Flyer druckenlassen etc. Eines lernt man daraus, Network Marketing ist das Geschäft der großen Zahlen, wie bei Dir, es reicht nicht aus nur 2-3 Menschen anzuschreiben. Dazu ist die Quote viel zu schlecht.

Kollegiale Grüße,
David Seffer

 

Mon, 19 Jan 2009 03:26:17

Vielen Dank für deinen Kommenar, David!

Damals, vor über 30 Jahren, wusste ich noch nichts von Networkmarketing - meine Geschichte bezog sich auf eine freischaffende Tätigkeit.
Doch die Prinzipien sind übertragbar:
Von nichts kommt nichts.

Beste Grüße nach Thailand!

 



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