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Wer es jedem recht machen will,
macht es niemandem recht






Un hombre y una mujer salieron de viaje con su hijo, que iba montado sobre un burro.

Al pasar por el primer pueblo, la gente comentó: "Mirad ese chico tan maleducado: monta sobre el burro mientras los pobres padres van caminando."
Entonces, la mujer dijo a su esposo: "No permitamos que la gente habe mal del niño. Es mejor que subas tú al burro".

Ein Mann und eine Frau begaben sich mit ihrem Sohn auf die Reise. Der Sohn ritt auf einem Esel.
Als sie durch das erste Dorf kamen, raunten die Leute: "Schaut euch bloß diesen ungezogenen Buben an! Er sitzt auf dem Esel, während die armen Eltern zu Fuß gehen!"
Also wandte sich die Frau an ihren Gatten: "Wir wollen doch nicht zulassen, dass die Leute schlecht über das Kind sprechen. Es ist wohl besser, wenn du aufsteigst!"
Al llegar al segundo pueblo, la gente murmuró:
"Qué sinvergüenza, deja que la criatura y la pobre mujer tiren del burro, mientras él va cómodo encima"

Entonces tomaron la decisión de subirla a ella en el burro mientras padre e hijo tiraba de la riendas.
Bei ihrer Ankunft im zweiten Dorf murmelten die Leute:
"Was für ein unverschämter Mann! Er lässt zu, dass das Kind und die arme Frau den Esel ziehen, während er es sich auf dem Tier bequem macht!"


Also entschieden sie, dass die Frau reiten solle, während Vater und Sohn den Esel am Zügel führten.
Al pasar por el tercer pueblo, la gente exclamó:
"¡Pobre hombre! ¡Después de trabajar todo del día, debe llevar a la mujer sobre el burro!
¡Y pobre hijo! Qué será lo que le espera con esa madre!"


Als sie durch das dritte Dorf kamen, riefen die Leute aus:
"Armer Mann! Nachdem er den ganzen Tag lang schuften musste, muss er nun auch noch die Frau auf dem Esel durch die Gegend ziehen!
Und armer Sohn! Wer weiß, was ihm mit einer solchen Mutter noch alles blüht!?""
Entonces se pusieron de acuerdo y decidieron subir al burro los tres y continuar su viaje.
Al llegar a otro pueblo, la gente dijo:
"¡Mirad qué familia!
Son más bestias que el burro que los lleva!
¡Van a partirle la columna al pobre animal!


Al escuchar esto, decidieron bajarse los tres y caminar junto al burro.
Pero al pasar por el pueblo siguiente, la gente les volvió a increpar:
"¡Mirad a esos tres idiotas!
Caminan cuando tienen un burro que podría llevarlos!"




Aus: El País Semanal, 15.03.2009
Also einigten sie sich darauf, dass sie zu dritt auf dem Esel weiterreiten sollten.
Als sie zum nächsten Dorf kamen, sagten die Leute:
"Schaut euch bloß diese Familie an!
Die sind noch tierischer als der Esel, auf dem sie reiten!
Die werden dem armen Vieh noch das Rückgrat brechen!"


Als sie das hörten, beschlosse sie, alle drei abzusteigen und nebem dem Esel herzugehen.
Doch dann kamen sie zum nächsten Dorf und Leute schimpften:
"Guckt Euch diese Idioten an!
Die laufen zu Fuß, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!"


"Jedes Mal, wenn Sie sich auf der Seite der Masse wiederfinden, ist es an der Zeit, innezuhalten und nachzudenken!"

Mark Twain
 


Comments

Sat, 21 Mar 2009 09:52:01

Dem einen sitzt meine Nase
zu weit links im Gesicht,
Zu weit rechts erscheint sie dem andern
und das gefällt ihm nicht.
Und flugs ergreift das Wort der Dritte
Und der bemerkt sodann:
Sie sitzt zu sehr in der Mitte
Und ich sollt was ändern daran.
Sie sitzt zu sehr in der Mitte
Und ich sollt was ändern daran.

Und ich bedenk, was ein jeder zu sagen hat,
Und schweig fein still,
Und setz mich auf mein Achtel Lorbeerblatt
Und mache, was ich will.

Die eine hör ich sagen,
Ich sei der Alte nicht mehr,
Und andre wieder sich beklagen,
Daß ich noch der Alte wär.
Dann sagt ein Musikkritiker,
Dem's an Argumenten gebricht:
"Sie warn doch früher einmal dicker"
Und da widersprech ich ihm nicht.
"Sie warn doch früher einmal dicker"
Und da widersprech ich ihm nicht.

Und ich bedenk, was ein jeder zu sagen hat,
Und schweig fein still,
Und setz mich auf mein Achtel Lorbeerblatt
Und mache, was ich will.

Mit großer Freude sägen
Die einen an meinem Ast,
Die andern sind noch beim Überlegen,
Was ihnen an mir nicht paßt,
Doch was immer ich tun würde,
Ihre Gunst hätt ich schon verpatzt,
Also tu ich, was ein Baum tun würde,
Wenn ein Schwein sich an ihm kratzt.
Also tu ich, was ein Baum tun würde,
Wenn ein Schwein sich an ihm kratzt.

Und ich bedenk was ein jeder zu sagen hat,
Und schweig fein still,
Und setz mich auf mein Achtel Lorbeerblatt
Und mache, was ich will.

Es gibt noch ein paar Leute,
Und an die hab ich gedacht,
Für die hab ich meine Lieder
So gut es geht gemacht,
Die beim großen Kesseltreiben
Nicht unter den Treibern sind.
Solang mir ein paar Freunde bleiben,
Hängt meine Fahne nicht im Wind.
Solang mir ein paar Freunde bleiben,
Hängt meine Fahne nicht im Wind.

Und ich scher mich den Teufel um Goliath,
Und schweig fein still.
Habt Dank für das Achtel Lorbeerblatt,
Auf dem ich tun kann, was ich will.

Reinhard Mey

 

Sat, 21 Mar 2009 10:39:10

Herzlichen Dank dafür, dass du dir die Mühe gemacht hat, diese passende Texte hier wiederzugeben.

Das Lied "Mein achtel Lorbeerblatt" ist im übrigen hier zu hören:

http://www.youtube.com/watch?v=byXzRnYwT3M

 



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